Nachhaltigkeit

Wir alle kennen diese Statistiken. Für den hohen Pro-Kopf-Verbrauch von sämtlichen Energieträgern und die Verschmutzung von Wasser sind die USA in Deutschland beinahe immer das Beispiel Nummer eins. Mit Sicherheit zu Recht, wie nicht nur die Statistik zeigt, sondern eben auch die Erfahrung hier vor Ort.

Das Licht in unserer Küche brannte, als ich hier ankam, ununterbrochen. Egal wie hell die Sonne herein schien, egal, ob überhaupt ein Mensch in der Küche war. Immerhin das ist vorbei. Ob es damit zu tun hat, dass ich das Licht natürlich immer ausgeschaltet habe, ist schwer zu beurteilen. (O-Ton Larry, als er in die Küche kam, in der ich irgendwas am wurschteln war: “Sie können das Licht ruhig anmachen. Dafür ist das da.” Es war früher Abend. Taghell.) Die Laternen auf dem Campus brennen größtenteils 24 Stunden lang. Einige wenige werden tagsüber ausgeschaltet.

Klimaanlagen gibt es hier in jedem Universitätsgebäude und in beinahe jedem Privathaus; in Kneipen und Restaurants sowieso. Dabei ist es teilweise so kalt, dass ich erleichtert die entsprechenden Gebäude wieder in die Hitze verlassen habe.

In meiner bescheidenen Behausung gibt es tatsächlich keine Klimaanlage(n). Wenigstens nicht als Standardausstattung. Ein findiger Mitbewohner hatte bereits am Tag seiner Ankunft herausgefunden, dass wir bei Larry wohl Geräte mieten könnten. (Ja, natürlich ist dieser Mitbewohner US-Amerikaner…) Stattdessen stehen hier im Haus – und wohl auch in jedem Zimmer – Ventilatoren, Typ “Hawaiian Breeze”. Der Ventilator in der Küche ist ins Fenster eingesetzt und pumpt so den ganzen Tag Luft von draußen in die Küche. Besonders in den glutheißen Mittagsstunden ist das natürlich furchtbar clever. Noch besser ist allerdings der Ventilator, der im Flur steht. Der rödelt den ganzen Tag vor sich hin, um vielleicht ein Dutzendmal pro Tag einem meiner Mitbewohner Luft um die Beine zu fächeln.

Sehr gespannt bin ich auf den Winter, der klirrend kalt sein soll. Wie dieses Papphaus dann beheizt werden muss, mag ich mir lieber nicht vorstellen. Wenigstens wird uns dann das Schneeschippen auf dem Gehweg erspart bleiben. Ist doch auch was.

2 Responses to “Nachhaltigkeit”

  1. Don Says:

    Mal ne bloede Frage: wenn Dir soviel nicht passt, warum kommst Du dann hier her rueber?

  2. sewenz Says:

    Don,

    ist in der Tat ne blöde Frage. Ich beantworte sie trotzdem: Weil es sich gleichwohl lohnt (oder: gelohnt hat). Ich habe (a) mein mäßiges Englisch aufpoliert, (b) an einem sehr guten Department einer sehr guten Uni studiert, wodurch ich (c) sehr viel Neues gelernt habe und (d) Kontakte geknüpft habe, die (d) menschlich wie (e) wissenschaftlich ein großer Gewinn waren und sind.

    Sind Dir das Gründe genug?

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