Baumert vs. Lehmann 2:1 (0:1)

May 28, 2009

Leider habe ich nicht wirklich Zeit für einen Blog-Post. Dass ein auf diesem Blog aber schon vor einiger Zeit besprochener “Fall” wieder in den Medien (namentlich bei der ZEIT und bei SPIEGEL Online) auftaucht — und das ganz in meinem Sinne — ist einen kurzen Eintrag wert. Vor über einem Jahr hatte eine Bildungsstudie aus Berlin mit dem Namen ELEMENT für Furore gesorgt. Ich hatte darüber hier gebloggt.

Zusammengefasst ging es um die Interpretation der Ergebnisse durch den Leiter der Studie, Rainer Lehmann von der HU Berlin. In mehreren Interviews gab er als Fazit der Studie an, die Berliner Grundschulen, in denen üblicherweise alle Kinder bis einschließlich Klasse 6 unterrichtet werden, versagten insofern, als der Leistungszuwachs der SchülerInnen an Grundschulen hinter dem der SchülerInnen an grundständigen Gymansien (ab Klasse 5) zurückbleibe. Zitat Lehmann:

Bei gleicher Ausgangslage lernen Schüler an Gymnasien weitaus mehr als an Grundschulen.

Wie ich bereits in meinem Blogpost deutlich gemacht hatte, gab es in den veröffentlichten Berichten der ELEMENT-Studie kein einziges Modell, dass diese (kausalen) Folgerung gestützt hätte. Schon damals hatte ich überlegt, nach den Daten zu fragen — aber möglicherweise hätte ich sie gar nicht erhalten. Tatsächlich haben Jürgen Baumert und Kollegen die Daten bekommen und reanalysiert — das Ergebnis überrascht nicht: Lehmanns Ergebnisse sind Unfug. Zusammengefasst aus dem Mund von Jürgen Baumert:

Zwischen den Frühwechslern und einer Gruppe von Grundschülern, die in allen für die Leistung wichtigen Voraussetzungen vergleichbar ist, gibt es keinen oder keinen stabil nachweisbaren Unterschied im Zuwachs der Lesekompetenz und der mathematischen Fähigkeiten.

Danke. Den zugehörigen Artikel kann man dann wohl bald (Juni-Heft) in der ZfE nachlesen. (Wer mal Propensity-Score-Matching angewandt sehen möchte, sollte den Artikel nicht verpassen, wenn ich Herrn Baumerts Äußerung im Interview mit SPIEGEL Online richtig verstehe, dass “für 1732 Frühübergänger sogenannte Zwillingspaare gebildet” wurden.)


macro-to-macro causation

March 4, 2009

…you’ll find here with some mannheimian thoughts (scroll down to the comments).


Die Erde ist ein Hörsaal

February 25, 2009

… wenigstens auf Academic Earth. (Die Sueddeutsche Zeitung berichtete.) Mein persönlicher Favorit bis jetzt: “Game Theory” von und mit Benjamin Polak.


Gesellschaft begreifen

February 25, 2009

Uwe Schimank und Nadine M. Schöneck haben bereits im Herbst letzten Jahres ein Buch mit dem Titel “Gesellschaft begreifen. Eine Einladung zur Soziologie” herausgegeben, das auch über eine eigene Internetseite verfügt, auf der die beiden Herausgeber die Autoren des Bandes interviewen. Um die einzelnen Videos zu sehen, klicke man auf die Thumbnails am rechten Bildrand.

Die meisten (nicht: alle) Interviews sind aus meiner Sicht interessant und zeigen eindrucksvoll die inhaltliche und methodische Breite der Soziologie — ob das erklärte Ziel, zukünftige Studenten für die Soziologie zu begeistern, mit diesen Videos und dem dazugehörigen Buch erreicht werden kann, vermag ich nicht zu beurteilen (insbesondere, weil ich das Buch nicht gelesen habe).


Das nationale Bildungspanel (NEPS) ist da!

February 4, 2009

Was die deutschen Medien über das NEPS berichten, findet man natürlich bei google-news in einer Übersicht. Zum Nachhören des Berichts in Campus & Karriere klicke man hier (mp3). Hans-Peter Blossfeld im Interview mit dem Inforadio rbb kann man hier hören.

Um einige — mehr oder weniger hochqualitative — Kommentare in den Diskussionsforen deutscher Medien zu würdigen, bemerke ich folgendes:

  • In Anbetracht von 3 Mrd. (=3.000 Mio) für den Teilchenbeschleuniger “Large Hadron Collider” (LHC) bei Genf erscheinen mir 60 Mio. oder 120 Mio EUR für das Bildungspanel gut angelegtes Geld. [Polemik On] Überlegen Sie sich spontan eine Antwort auf die Frage, was Ihnen wichtiger ist: zu verstehen (=wissen), warum Kinder unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft unterschiedlich oder auch gleich gut abschneiden, wie bedeutend tatsächliche Kompetenzen auf der einen und Urkunden/Zeugnisse auf der anderen Seite z.B. auf dem Arbeitsmarkt sind oder eigenartige Teilchen aufeinander zu schießen. [Polemik Off] Ich finde beides wichtig.
  • Die Mitarbeiter des NEPS sind zu den besten der Bildungsforschung zu zählen und wären auch ohne das NEPS sicher nicht ohne Job geblieben. Außerdem wird man unter diesen Mitarbeitern keinen einzigen Ethnologen finden. Es sind — in alphabetischer Reihenfolge — Ökonomen, Pädagogen, Psychologen und Soziologen, die hier quantitative empirische Forschung betreiben (werden). Wer auf der Seite des NEPS unter den Mitarbeitern einen Ethnologen findet, darf ihn behalten. Und, nein, auch Ethnologen sind keine “unnützen Akademiker”. Wobei ich ja finde, als quantitativer Sozialwissenschaftler mehr zum Verständnis der Gesellschaft beizutragen als ein Ethnologe, der sich 2 Jahre in Hoyerswerda in die Kneipe setzt — aber das beruht sicher auf Gegenseitigkeit.
  • Wer glaubt, aus der Geschichte schon genug über Bildungssysteme lernen zu können bzw. gelernt zu haben, muss sich wohl einen Historiker schimpfen lassen. Historiker sind wichtig und aus Geschichte kann man viel lernen, auch über Bildungssysteme. Nicht lernen kann man aus der Geschichte, was Kinder mit türkischem Migrationshintergrund von Kindern mit vietnamesischem Hintergrund unterscheidet, an welcher Stelle in der Bildungskarriere eines Kindes diese Unterschiede besonders stark hervortreten bzw. Wirkung zeigen. Zur Beantwortung dieser Fragen empfiehlt sich eine Panel-Studie im 21. Jh. — nennen wir sie “Bildungspanel”.
  • Sollten die am NEPS beteiligten Wissenschafter “Handlungsempfehlungen” aussprechen, können folgende Szenarien zutreffen: (a) Der entsprechende Wissenschaftler macht eine normative Aussage, sagt mithin was sein soll. Das können Wissenschaftler nicht, es gibt dafür keine wissenschaftliche Methode. Wisseschaftler sagen lediglich, was ist. Wer doch sagt, was sein soll, hört auf Wissenschaftler zu sein und wird zum Politiker oder “einfachen” Bürger dieses Landes. (b) Die Politik stellt eine Frage, in der das normative Ziel enthalten ist, z.B. “Führt eine spätere Trennung der Kinder auf verschiedene Schulformen zu geringer Bildungsungleichheit?”. Sagt der Wissenschaftler darauf, “ja, schieben Sie die Trennung nach hinten, senken Sie die Bildungsungleichheit”, ist das absolut in Ordnung.

Landtagswahl Hessen: Top-Links

January 19, 2009
  1. Hessen hat einen neuen Landtag gewählt — mit diesem Ergebnis.
  2. Wer hat wen gewählt? Das Wahlergebnis soziodemographisch aufgeschlüsselt.
  3. Wähler wandern — hier steht wie.
  4. Das Internet als Medium im Wahlkampf wird wichtiger; was das mit den verschiedenen Parteien zu tun hat, liest man hier.
  5. “Wahl im Web” — der Versuch des ZDF moderner, jünger, interaktiver und netzorientierter über eine Landtagswahl zu berichten. Hier eine 15minütige Zusammenfassung. Fazit: Okay. Nicht mehr und nicht weniger. Herr Kavka kommt sicher noch mehr in den Themenkomplex Politik und Wahlen rein; dann wird das auch was.

Forschung erleben

December 17, 2008

… kann man auf den Seiten des gleichnamigen Projekts betrieben von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lehrstühle für Sozialpsychologie der Universität Mannheim. Ein Link findet sich ab sofort auch in der Leiste rechts unter “Links”. Viel Spaß!


German Wikipedia domain blocked

November 16, 2008

We are: back in the GDR.


ZfE — Zeitschrift für E… für was eigentlich?

November 14, 2008

Auf der Suche nach Artikeln für mein Diplomarbeitsthema (”Diskriminierung in den Schullaufbahnempfehlungen am Ende der Grundschule”) habe ich bei der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (ZfE) vorbeigeschaut. Der erste Artikel der aktuellen Ausgabe ist betitelt “Strommarktdesign: Zur Ausgestaltung der Auktionsregeln an der EEX” — was!? Der zweite heißt “Ein Vergleich ausgewählter europäischer Strombörsen” — hmm… Offensichtlich handelt es sich nicht um die Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, sondern, richtig, um die Zeitschrift für Energiewirtschaft. Sehr ärgerlich ist, dass ich dem Verlag (Springer) schon vor einiger Zeit mitgeteilt habe, dass da etwas nicht stimmt — getan hat sich seitdem nichts. Dann muss ich wohl kopieren gehen.


Barack Obama will be the next president of the United States

November 5, 2008

After Ohio went blue, i.e. for Obama, I’m officially calling the race. God bless you my American friends. You’ve done a good job. Good night (it’s 4am here). (It sucks that I still dont know the results of Indiana. You should have done a better job in counting quickly…)


Der kausale Effekt von Privatschulunterricht

November 1, 2008

In einem Artikel von Inge Kloepfer auf FAZ.net zur steigenden Beliebtheit von Privatschulen in Deutschland las ich eben folgendes zu den Gründen der Eltern eine Privatschule in Betracht zu ziehen:

Dahinter stehen allerdings immer die angenommene höhere Unterrichtsqualität privater Schulen und eine größere Erfolgswahrscheinlichkeit für die Kinder. Rund zwei Drittel der Deutschen meinen nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, dass Privatschulen ihren Kindern bessere Bildungschancen eröffnen.

Soweit so gut. Diese Alltagstheorien der Menschen müssen nicht ganz falsch sein; besser ausgestattet sind die Privatschulen bestimmt und es ist auch plausibel anzunehmen, dass die LehrerInnen — im Schnitt — zu den motivierteren ihrer Zunft gehören. Leider hat aber auch Frau Kloepfer, wie die meisten Journalisten in Deutschland, offensichtlich nie ein Grundseminar in Kausalanalyse besucht — wenn man das denn überhaupt muss, um zu erkennen, dass nachstehend zitierte Argumentation nichts als Firlefanz ist:

Ganz falsch liegen die Eltern mit ihrer Kompetenzvermutung nicht. Helmut Klein vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft gibt ihnen weitgehend recht: “In der Hälfte der Bundesländer bringen Privatschulen im Verhältnis zu ihrer Schülerzahl mehr als doppelt so viel Abiturienten hervor wie staatliche Gymnasien und Gesamtschulen.”

Aua. Das tut weh. Schön ist, dass man Frau Kloepfer in Ihren eigenen Worten erklären kann, was sie nicht versteht. Sie schreibt, dass…

Über die Qualität staatlicher Bildungsangebote in den bildungsbewussten Mittel- und Oberschichten längst mit den Füßen abgestimmt [wird].

So ist das. Und jetzt raten Sie mal, wie hoch die Abiturientenquote unter Kindern solcher Eltern an staatlichen Schulen ist. Und wenn Sie schon dabei sind, raten Sie doch auch noch die Veränderung in der Differenz zwischen privaten und staatlichen Schulen bei ausschließlicher Berücksichtigung der Kinder aus “bildungsbewussten Mittel- und Oberschichten”. Richtig geraten: sie wird viel kleiner sein. Ich bestreite nicht, dass sie möglicherweise noch da ist und man mit dieser Differenz dann wohl schon sehr nah an den wahren Qualitätsvorsprung im Sinne eines kausalen Effekts der privaten Schulen auf den schulischen Erfolg eines Kindes herankommt. Aber bitte, liebe Frau Kloepfer, liebe Journalisten in Deutschlands “Qualitätszeitungen”, gewöhnen Sie sich doch solch falsche bzw. unzulässige Vergleiche ab. Danke.


Nobelpreisgewinner für Obama

October 31, 2008

Die “scientific community” scheint recht geschlossen hinter Barack Obama zu stehen. Zu einem SPIEGEL Online Artikel über das Endorsement von 76 Nobelpreisgewinnern (es ist ein Wort — hach ist die deutsche Sprache schön) kommt man über diesen Link. Tipp: unbedingt das erste Video anschauen.


Seed endorses Barack Obama

October 30, 2008

The tradition in US-media to endorse a presidential candidate of choice is — from a German point of view — one of the curiosities in US-presidential elections. I personally like to read the reasoning of the different media. I find the endorsement by scientific publications especially interesting — read why Seed endorses Barack Obama here in full lentgh. The part I like most begins as follows…

Far more important is this: Science is a way of governing, not just something to be governed. Science offers a methodology and philosophy rooted in evidence, kept in check by persistent inquiry, and bounded by the constraints of a self-critical and rigorous method. Science is a lens through which we can and should visualize and solve complex problems, organize government and multilateral bodies, establish international alliances,

… and continues with a little bit more patriotism (what I don’t like too much)…

inspire national pride, restore positive feelings about America around the globe, embolden democracy, and ultimately, lead the world. More than anything, what this lens offers the next administration is a limitless capacity to handle all that comes its way, no matter how complex or unanticipated.

Again: Especially the first part I quoted is — from my point of view — very important insofar as politics all over the world seem to suffer (in- or decreasingly?) from far too many decisions based on anything but clear and strong (i.e. scientific) evidence. Therefore it is a very good reason to endorse a candidate using such an argument.


Die Presse zum (angekündigten) Start des NEPS

October 26, 2008

Das Presseecho auf die Ankündigung des NEPS des war nicht so berauschend — das NEPS stand (zu Unrecht) im Schatten des Bildungsgipfels: 5800 Hits in der Google News Suche für “Bildungsgipfel”, nur 28 für “Nationales Bildungspanel”.

Ein Interview mit Hans-Peter Blossfeld gab es im Deutschlandfunk. Es ist auf dradio.de nachzulesen und nachzuhören. Im Tagesspeiegel erschien ein etwas längerer Artikel.


NEPS Homepage online

October 21, 2008

Die Homepage des Nationalen Bildungspanels (NEPS) ist online. Man beachte die Reiterstruktur auf der linken Seite, wo detaillierte Informationen zum Projekt, zur Struktur desselben, der Erhebung und den Mitarbeitern abgerufen werden können.


WZBrief Bildung

October 19, 2008

Das WZB gibt ab sofort in unregelmäßigen Abständen einen Rundbrief zum Thema Bildung heraus. Dazu liest man auf der Website des WZB:

Der „WZBrief Bildung“ informiert aktuell, kompakt und verständlich über ein Thema aus der Bildungsforschung. Er erscheint mehrmals im Jahr in elektronischer Form.

Er richtet sich in erster Linie an Experten und interessierte Laien in Politik, Schulen, Verbänden und Medien. Autoren des „WZBrief Bildung“ sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am WZB, die zu Fragen von Bildung und Ausbildung im Lebensverlauf und den Übergängen zwischen Bildungsinstitutionen und Arbeitsmarkt forschen, insbesondere aus der Abteilung > „Ausbildung und Arbeitsmarkt“ sowie der Projektgruppe > „Education and Transitions into the Labour Market“

Mal sehen, was er bringt, der neue WZBrief.


Pressekonferenz Nationales Bildungspanel

October 17, 2008

Für kommenden Montag (20.10.08) von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt (Link zum idw), auf der das Nationale Bildungspanel (National Education Panel Survey, kurz: NEPS) vorgestellt werden wird. Ob die Pressekonferenz im Fernsehen (oder Radio) übertragen wird, kann ich noch nicht absehen. Auf Phoenix läuft von 11:00 Uhr bis 13:30 Uhr die Sendung “vor Ort”. Im Rahmen dieses Sendeformats wäre eine Übertragung denkbar — die Website von Phoenix nennt die Pressekonferenz allerdings nicht. Ich habe bereits per E-Mail angefragt.


Geschichten vom Herrn K.

October 16, 2008

Ich weiß, es ist ein bisschen gemein. Und dennoch: was unser Hausmeister Herr K. unlängst in unsere Briefkästen warf, darf nicht unzitiert im Papierkorb landen. Herr K. schrieb Folgendes (Absatz, Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion und Font folgen dem ausgedruckten Original).

AN ALLE MITBEWOHNER HERR K.

AB DEN 16.10.08 IN DER KLINIK.

WEN ETWAS DRINGENDES SEIN

SOLLTE WENDEN SIE SICH BEIM HERRN B.

SIEGMUND K.

Ich schließe mit der Geschichte “Mühsal der Besten” von Bertolt Brecht:

“Woran arbeiten Sie?” wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: “Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor.”


Indiana: Tossup

October 7, 2008

On nytimes.com there is a nice interactive electoral map. It shows Indiana as a tossup state. This is nice in the first place, since, as far as I’m aware, that hasn’t been the case for a long time. The accompanying text reads as follows:

It’s been a long time since Indiana has drawn a lot of attention in a presidential contest. But Mr. Obama is looking very seriously to this Midwest state, testimony to demographics that his campaign says makes it receptive to a Democrat — and some early polls suggest he might have a chance here.

So far so good. Here is my challenge for you, my dear friends in Bloomington: Make it happen! Paint Indiana blue. That would be awesome. Totally.

BTW: pollster.com just recently released interactive graphs for every state—pretty sweet, if you ask me. Take (e.g.) a look at the Map for Indiana. (Somehow, I was unable to embed the graph.)

BTW 2.0: I’m sick. You might ask: what else is new!? Well, I’m really sick—you know: fever and stuff…


Ein letzter Versuch des “Rassisten” und “Sozialfaschisten”

September 15, 2008

Nachdem ich hier erfahren durfte, dass ich nicht nur “Rassist”, sondern auch “Sozialfaschist” bin, habe ich mich durchgerungen, noch einen letzten Kommentar zu posten. Hier ist er:

Hören Sie QUOTE,

eine Diskussion lebt vom Dialog. Wenn Sie andere Diskutanten ansprechen bzw. Ihnen (starke) Vorwürfe machen, sollten Sie sich auch die Zeit nehmen, deren Antworten zu lesen. Sollten Sie das tatsächlich mit meiner Antwort (klicken Sie hier für eben diese Antwort) getan haben, ist mir schleierhaft wieso Sie Folgendes schreiben:

“Hier wird eindeutig mit Genetik als unausweichlichem Schicksal argumentiert.” (QUOTE in Post #157)

Falsch. Ich habe das an keiner Stelle getan und würde es nie tun — denn es ist wissenschaftlich nicht haltbar. Ich erkenne lediglich an, dass es eine genetisch/biologische Grundlage gewisser (Persönlichkeits-)Eigenschaften gibt. Die Intelligenz gehört nach Meinung der meisten WissenschaftlerInnen zu den Eigenschaften, die zu einem Teil der Biologie/den Genen (Nature) und zu einem anderen Teil der Umwelt/Sozialisation (Nurture) geschuldet sind. Es handelt sich also nicht um ein unveränderliches Merkmal und damit folgt auch kein — in Ihren Worten — “unausweichliches Schicksal”. Und genau das ist meine Position.

Eine letzte Bemerkung: Das Aufteilen der Intelligenz in einen genetischen und einen umweltbedingten Anteil ist ohnehin problematisch, weil es sich um ein komplexes Wechselspiel — eine Interaktion — handelt. Auch das hatte ich in meiner Antwort geschrieben.

Da Sie sich ja für das Thema zu interessieren scheinen, erlauben Sie mir drei “Literaturhinweise” (vielleicht kennen Sie das ja alles bereits):
1. Der Artikel der deutschen Wikipedia ist durchaus ein guter Start (klicken Sie hier für “Intelligenz” auf Wikipedia).
2. Das Buch “Was ist Intelligenz?” von Joachim Funke und Bianca Vaterrodt-Plünnecke gibt ebenfalls einen guten Überblick über den — jetzt schon etwas veralteten (neueste Auflage aus dem Jahr 2004) — Forschungsstand (klicken Sie hier für die Beschreibung des Buches auf der Seite des C.H.Beck Verlages).
3. Schauen Sie sich mal diese Folien (auch auf deutsch) von James Heckman an. Heckman zeigt in dieser Präsentation sehr schön, wie beeinflussbar Intelligenz ist — vornehmlich in jungen Jahren (sehen Sie sich mal Folie 16 an). Mit den hochqualitativsten Daten, die es in der Wissenschaft gibt — experimentellen Daten (aus dem Perry Preschool Project)!